DMPS

DMPS (Dimercaptopropansulfonsäure) wirkt durch die Thiolgruppe als Chelatbildner und bindet daher besonders stark an schwefelaffinen Metallen, primär Quecksilber, Blei, Arsen und Kupfer, aber auch an Bismut, Antimon, Kobalt und Chrom. Es wird daher als Antidot bei akuten und chronischen Metallvergiftungen, bei denen die besagten Metalle als Ursache diagnostiziert wurden, eingesetzt.

 In der Regel ziehe ich die Behandlung mit DMPS gegenüber DMSA vor, da DMPS Quecksilber bis zu 10x stärker binden kann und klinisch besser erprobt wurde. Nebenwirkungen unter DMPS können allerdings die Nutzung von DMSA indizieren.

DMPS kann intravenös (i.v.) oder oral verabreicht werden. Nach einer Chelierung mit DMPS ist die orale Gabe von zusätzlichen Dosen DMPS sinnvoll, da so restliche Schwermetalle, die während der Infusion mobilisiert wurden, über einen großen Zeitraum hin abgefangen und ausgeleitet werden können. DMPS wird zwar zu 90% über die Niere ausgeschieden, kann aber zusätzlich Schwermetalle im Darm binden und über den Stuhl entgiften.